Irland – Meine Reise II

Weiter geht es mit dem Bericht über meine Irlandreise. Den ersten Teil findet ihr hier.

Der Samstag war ein Hammertag, Wahnsinn!
Ich wollte noch einmal richtig wandern. Die Tour am Dienstag, auf der ich einfach losgelaufen bin, ohne zu wissen wie weit und wohin, hat mir sehr gut gefallen.
Ein paar Leute, die ich traf, erzählten mir, dass man in Howth super wandern könnte. Also bin ich erneut mit der Bahn dorthin gefahren. Zurerst verlief ich mich in der Siedlung auf dem Berg, fand dabei aber einen kleinen Aussichtsplatz weit oben, von dem aus man den ganzen Hafen überblicken konnte. Immerhin eine kleine Belohnung für den quasi umsonst gelaufenen Weg. Von dort oben aus fand ich dann auch den Wanderweg, dafür musste ich allerdings wieder ganz runter und an anderer Stelle wieder hoch, uff..

Howth

Ich habe also den Weg gefunden und lief und lief und lief mal wieder. Immer wieder hielt ich an, um ein paar Fotos zu machen, die Landschaft war beeindruckend. Hinter jeder Kurve verbarg sich eine tolle Aussicht.
Mein Ziel: ein Leuchtturm. Von ganz weit weg sah ich ihn irgendwann schon. Als ich dort angelangt war, machte ich eine ausgiebige Pause und genoss diese wahnsinnige Aussicht. Zu dem Leuchtturm selbst konnte man leider nicht, da dieser auf einem Privatgrundstück steht.

Howth

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Howth Howth Howth VEP_1093 Howth

HowthPausenaussichtMein Plan war dann, nach der Pause den gleichen Weg wieder zurückzugehen. Die Tour bis hierhin war nicht unbedingt leicht, die Sonne schien recht stark (am Abend hatte ich einen wunderschön rot leuchtenden Sonnenbrand auf der Nase und den Wangen) und die Strecke war auch nicht ohne.
Ich schaute mich ein wenig am Platz vor dem Leuchtturm um, schaute auf die andere Seite vom Berg und dort hatte man eine herrliche Aussicht auf weitere Klippen, es sah interessant aus. Ich wollte die Straße, die vom Privatgelände wegführte, ein wenig entlang gehen und schauen, wo man es dort langgeht. Auf dieser Straße blieb ich etwa 100 Meter, bevor ich dann auf einen Feldweg abbog. Ich lief ein Stückchen weiter und wollte schauen, wie der Weg so ist und wo es langgeht. Viel gesehen habe ich nicht, da dort alles sehr kurvig ist.
Nun ja… ich bin losgelaufen. Und mal wieder gelaufen und gelaufen und gelaufen.
Ja, das war wirklich eine krasse Tour, hallelulja!
Ich spürte meine Beine sehr stark, so langsam machten sich die Muskeln bemerkbar, es wurde etwas anstrengend, die Sonne schien nach wie vor recht stark.
Die Zeit beim Wandern war ideal zum Nachdenken. Man kommt auch nicht Drumrum, wenn man alleine durch eine an diesem Tag recht menschenleere Natur läuft.

Howth

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Howth

Nun gut, ich wusste aus den Erzählungen, dass es hier irgendwo eine Klippe runtergehen sollte. Von Weitem sah ich schon Menschen dort unten herumlaufen. (Auf dem letzten Bild über diesem Absatz sieht man die Stelle.)
In meinem Kopf gingen Gedanken umher wie, ’nein, Verena, Du kletterst diese Klippe jetzt nicht herunter, das schaffst Du nicht, irgendwann ist auch mal gut. Und wie kommst Du da nachher wieder hoch?!‘.
Zack, war ich unten.

Bereits nach den ersten Metern dachte ich, wie kommst Du da gleich wieder hoch? Oder eher: Da kommst Du gleich nicht wieder hoch!!
Der Weg war definitiv nicht ohne
Aber es war wirklich cool da unten! Mitten zwischen den Klippen unten am Strand, am Wasser, das war grandios.
Ich genoss den Moment, sammelte ein paar Muscheln machte Fotos und versuchte mich dann am Aufstieg.
Dabei hatte ich weniger Angst, dass ich abrutsche oder so, sondern mehr dass ich umknicke mit einem Fuß. Das war schließlich das Letzte, was ich gebrauchen konnte auf so einer Wanderung.
Aber hey, ich bin heile wieder oben angekommen. Zwar fix und alle und auch ein wenig zittrig (das ist einfach nichts für mich..) aber immerhin heile und auch ein kleines bisschen stolz. Was für ein Erlebnis!

HowthIch lief weiter und weiter und es war kein Ende in Sicht, dafür immer wieder grandiose Aussichten hinter jeder Kurve.
Auf der ganzen Tour machte ich etwa 900 Fotos, krass! Ich wollte eben alles festhalten.
Die Landschaft war so unterschiedlich, mal ging es eher durch Waldgelände, dann direkt an den Klippen entlang und irgendwann auch einmal unten am Strand entlang.
Im Unterschied zu Dienstag wusste ich, dass der Weg, den ich ging, ein ausgeschriebener Wanderweg war, der sogenannte „Loop-Walk“, der einmal um die Halbinsel herumführte.
Es gab ein paar Momente, an denen ich dachte, ach so weit kann es ja nicht mehr sein, aber nach diesen Momenten lief ich noch ein paar Stunden. Orientierung gleich null.
Die letzte Stunde war wirklich krass, meine Kraft ließ langsam nach, die Beine schmerzten, wollten nicht mehr. Ich gönnte mir nicht wirklich Pausen, nur kurze Foto- oder Trinkstopps.Howth

Howth

Cliff Walk

VEP_0200 VEP_0232 VEP_0223 VEP_0214 VEP_0250 VEP_0255 VEP_0247 VEP_0256-2 Howth VEP_0393Iiiiirgendwann war ich am Ende des Weges angekommen und stand erneut mitten in der Siedlung. Nachdem ich mich hier erneut halb verlief, kam ich endlich unten am Hafen an, setzte mich ans Wasser und genoss das Gefühl, was ich in diesem Moment hatte. Knapp 6 Stunden war ich unterwegs, was ich auf dieser Tour alles erlebt habe, für mich und mit mir selbst, wow.Howth EndeIm Nachhinein erkundigte ich mich über die Tour: ich bin knapp 17 Kilometer gelaufen, am Berg entlang, über den Berg, durch den Wald, an den Klippen und am Strand entlang. (Wen die Strecke interessiert, der kann mal „Cliff Walk Howth“ googlen.)
Ein wenig von mir selbst beeindruckt und auch etwas stolz ging es dann zurück zum Hostel.

Den Abend habe ich mit einer kleinen Fototour durch Dublins Nachtleben ausklingen lassen und dann lag ich auch recht früh im Bett.
Am Sonntag fuhr ich nach dem Auschecken direkt zum Flughafen und am Abend kam ich heile in Düsseldorf wieder an, wo mich meine Eltern empfingen.
Es war schon wirklich komisch, wieder zu Hause zu sein. Ich wollte auch noch gar nicht so recht, mir hat es wirklich gut gefallen dort und ich wäre sehr gerne noch ein paar Tage länger geblieben.

Insgesamt war eine wirklich ganz tolle Reise, wenn es auch nur ein paar Tage waren.
Es war mega spannend, komplett auf sich allein gestellt zu sein aber es hat mir auch so Spaß gemacht, alleine durch die Orte zu laufen, immer zu schauen, wo ich hinmuss und oftmals einfach loszulaufen, ohne das konkrete Ziel zu kennen. Diese Herausforderung habe ich erfolgreich gemeistert, würde ich sagen.

Schuh Höhe Verena

Nun noch ein paar „technische“ Sachen, für die, die es interessiert:

Ich habe auf meiner Reise insgesamt 2951 Fotos (und ein paar Videos) gemacht, zwei 32 GB-Speicherkarten voll.

An Equipment hatte ich meine Nikon D7000 mit und das 24-120 f4 Objektiv. Mit dabei war ein Graufilter für gelegentliche Langzeitbelichtungen.
Ansonsten hatte ich natürlich einen Lenspen (den ich auch gut gebraucht habe) dabei, den Ersatzakku, Fernauslöser, etc.

Die ganze Kombi hat schon ordentlich Gewicht und ich habe es jeden Tag sehr an meinen Schultern gemerkt, egal ob ich die Kameratasche im Rucksack verstaut oder umgehangen hatte. Am angenehmsten war es einfach, die Kamera in der Hand zu halten.

Ein Stativ hatte ich nicht dabei, das war zum Einen platztechnisch nicht möglich und auch gewichttechnisch wäre es doch sehr schwer geworden. Als Stativersatz habe ich meinen Rucksack genommen oder die Kamera auf eine geeignete Stelle gestellt (natürlich mit Absicherung –> Sicherheit geht vor.)

Was für mich auch ganz wichtig war: das Schuhwerk!
Bei meinen langen Tagestouren hatte ich richtige Wanderschuhe an. Und das war perfekt. Gerade die Wege an den Klippen und am Berg waren teilweise echt nicht ohne und da war ich mit den Schuhen immer gut dran. Der Laufkomfort war einfach super, selbst nach der Hammerwanderung am Samstag hatte ich Abends keine Fuß- oder Fußgelenkschmerzen. Ein gutes Schuhwerk ist auf diesen Touren wirklich das A und O.

Killiney BeachMein Fazit zu Irland:
Die Ecke von Irland, die ich gesehen habe, ist wirklich wirklich schön. Rund um die Hauptstadt Dublin gibt es tolle Landschaften, die Menschen sind alle sehr offen und aufgeschlossen, dazu sehr hilfsbereit. Sie erklären einem die Dinge auch fünf Mal wenn es sein muss, bis man es verstanden hat.
Dublin an sich, als Stadt, hat mir persönlich nicht gefallen. Den Charme, den es auf so viele Menschen versprüht und von dem so viele schwärmen, habe ich leider nicht gespürt. Zu voll, zu laut, zu nass. Na gut, das mit dem Wetter war wirklich so eine Sache. In Dublin war es bis auf die letzten zwei Tage fast durchgehend am regnen, dort wo ich unterwegs war hatte ich immer schönes Wetter. Mal Sonne, mal viele Wolken, aber immer trocken. Auch ein Grund, warum ich immer wieder lieber an die Küste gefahren bin.
Nun ja, ich war definitiv nicht das letzte Mal in Irland, bei meiner nächsten Reise iiirgendwann werde ich mich dann wohl eher Richtung Süden/Westen orientieren, da Irland dort landschaftlich ebenfalls viel zu bieten hat.

Menschen Howth

Was mir an dieser Reise auch besonders gut getan hat: Ich habe den Alltag komplett zu Hause gelassen. Ich saß im Flieger und war nun voll und ganz auf meine Reise konzentriert. Klar hat man Kontakt nach Hause, zur Familie, aber auch das war alles auf das Wegsein fokussiert.
Ansonsten, die Schule und auch sonstige Dinge des Alltags, sind komplett weggeblieben und das tat so gut.
Und dass ich allein unterwegs war, war wirklich eine coole und spannende Erfahrung. Einfach tun wonach einem ist; keiner sagt einem, wann man wo sein muss und was auf dem Programm steht. Ich konnte meine Tage selbst gestalten, spontan entscheiden worauf ich Lust habe und was ich machen möchte. Ich bin alleine mit der Bahn an der Küste entlang gefahren, dort ausgestiegen, wo es interessant aussah und einfach eingestiegen und weitergefahren, wenn es nicht so spannend war. Ich konnte einfach mein Ding machen, und das war so gut! :-)

Howth

Soo, das war’s nun von meiner Seite aus über meine kleine Irlandreise.
Es war wirklich eine tolle Zeit und ich würde gerne wieder zurück, gerade wenn ich mir so die Fotos anschaue. :-)

Und jedem, der es bis nach hier unten geschafft hat mit Lesen, dem wünsche ich an dieser Stelle einen wunderschönen entspannten Abend.
Ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig mitnehmen auf meiner kleinen Reise.

Bis bald!
Eure Verena :-)

Killiney Beach Selfie

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